Marina Freude: „Stillleben und andere Bilder“

Wer hängt sich einen Kohlrabi und einen Rettich an die Wand?

Marina Freude ist eine freischaffende ausgebildete Brander Künstlerin. Sie wurde in Kirgisistan geboren, ist in Düsseldorf aufgewachsen und hat über ihren Ehemann den Weg zuerst nach Aachen und dann in den Brander Stadtbezirk gefunden. Sie hat Kinderbücher geschrieben und illustriert und aus diesem Ursprung zu eigenen Bildwelten gefunden, die sie in Ausstellungen kunstinteressierten Menschen näher bringt.

Aktuell zeigt Marina Freude in den Räumen der Aachener Rechtsanwälte Bürrig.Kanand.Willms, Rotter Bruch 4, in einer Ausstellung (bis zum 5. November) rund drei Dutzend Arbeiten, die sie während der Corona-Pandemie in ihrem Brander Atelier geschaffen hat. Dabei handelt es sich um 15 Stillleben und Bilder mit weiblichen Halbporträts in Collagentechnik.
„Während der Pandemie erlebte ich einen Stillstand, der mich zu einer Auseinandersetzung mit der klassischen Gattung der Stilllebenmalerei bewegte“, erläutert die heute 43-Jährige, die mit 18 Jahren nach Deutschland gekommen ist. „Zur Vorbereitung meiner Arbeiten habe ich auf dem Brander Wochenmarkt Obst und Gemüse eingekauft und in meinem Atelier zu Stillleben arrangiert“, muss sie selbst über sich lachen. Dabei habe sie nicht für das Rezept einer guten Suppe eingekauft, sondern nach Farben und Formen, die sich für ihre Kompositionen eignen, erläutert die Wahl-Branderin, die dem Obst und Gemüse auf Werken eine Bühne gibt. Bei ausgedehnten Spaziergängen in Wald und Wiesen habe sie Blumen und Pflanzen gesammelt und ebenfalls zu Stillleben zusammengestellt, gibt die studierte Grafik-Designerin an. Die so entstandenen Kompositionen hat sie dann auf Papier und Leinwand wiedergegeben.

Ihre ersten Erfahrungen mit der Malerei hat Marina Freude als Kind gemacht. Ihre Eltern haben sie in Kirgisistan, ein von rauer landschaftlicher Schönheit geprägtes zentralasiatisches Land an der Seidenstraße, nach dem Schulunterricht in den Malunterricht geschickt. Ihr Lehrer baute damals Stillleben auf, die ihr nicht mehr aus dem Kopf gegangen sind. Nach einem Semester Architektur in St. Petersburg und der Einreise nach Deutschland studierte die engagierte Künstlerin, die hauptsächlich für sich malt, erfolgreich Grafik-Design an der Fachhochschule Düsseldorf.
Ihre künstlerischen Kenntnisse und Fähigkeiten gibt Marina Freude in Grundschulen in Mal- und Kunstprojekten weiter. So ist sie z.B. in der Grundschule Brander Feld im Rahmen der Nachmittagsbetreuung ein gern gesehener Gast. Es freut sie, wenn sie mit Kindern kreativ arbeiten kann. In der Gemeinschaftsgrundschule Kellersberg-Ost in Alsdorf stehen zwei Überseecontainer, die als Abstellräume für Spielsachen, Fahrräder und Gartenmöbel dienen, die sie mit einer Schülergruppe künstlerisch und kreativ bemalt hat.
Bis zum 5. November ist ihre Ausstellung „Stillleben und andere Bilder“ in den Räumen der Aachener Rechtsanwälte Bürrig.Kanand.Willms, Rotter Bruch 4, montags bis freitags zwischen 9 Uhr und 16 Uhr, zu sehen. Ein großer Wunsch von Marina Freude ist, ihre Bilder und Arbeiten in Brand zeigen zu können.

(gsi)