Café Cornelius: Wiedereröffnung

Im Café Cornelius, schmuck am Abteilgarten 2 in Kornelimünster, unmittelbar am Zugang zum Marktplatz gelegen, geben sich seit dem Jahrhunderthochwasser im Juli 2021 die Handwerker und Bautrupps die Klinke in die Hand. Hauptdarsteller sind aktuell Werkzeuge, Container für den durch Inde-Wasser kontaminierten Bauschutt und Baumaterialien, mit denen das Kleinod Café Cornelius wiederaufgebaut werden soll.

Mittendrin im Geschehen ist Marc Hausmann, Geschäftsführer des Cafés. Er bemüht sich um Optimismus, aber die abgelaufenen mehr als sechs Monate nach dem großen Wasser in Kornelimünster, das rund 50 Zentimeter hoch in seinem Café stand und die kompletten Kellerräume geflutet hat, haben offensichtlich doch sehr an seinen Nerven gezerrt. „Es standen nur noch die Außenwände aus Bruchstein und von den Innenwänden hatte das Wasser den kompletten Putz entfernt“, erinnert sich der ausgebildete Koch, der seit 27 Jahren in der Gastronomie arbeitet.

Besonders schmerzt ihn, dass das Café Cornelius erst fünf Wochen vor der Katastrophe neu eröffnet wurde und sich der 43-Jährige damit für seinen nächsten beruflichen Lebensabschnitt einen Wunsch erfüllt hatte. „Ab der Eröffnung hatten wir mehr als regen Zuspruch und es lief echt gut“, hofft Hausmann, jetzt relativ zeitnah an die Eröffnungsphase anknüpfen zu können. Es klingt für ihn, wie er zugibt, fast wie ein April-Scherz, aber für den 1. April peilt er die Wiedereröffnung an. Das sei ein sportlicher Gedanke, so Hausmann weiter.

Es steht und fällt mit dem Wiederaufbau, der sich zeitlich hinzieht. Zehn verschiedene Handwerker müssen koordiniert werden. Handwerker sind derzeit überall, wo das Wasser seine Spuren hinterlassen hat, ein rares Gut. Hinzu kommt, so die Erfahrungen des Gastronomen, dass Baumaterial knapp wird. Der Zeitfaktor spiele auch eine wichtige Rolle, da es einfach viel Zeit in Anspruch nehme, bis durchnässtes Mauerwerk getrocknet sei. „Und Zeit habe ich eigentlich nicht, weil sich auch ein finanzielles Problem bei mir eingestellt hat und Gelder aus propagierten Hilfsprogrammen des Landes NRW noch nicht bei mir angekommen sind.“

Glück im Unglück hatte Marc Hausmann, dass er unmittelbar vor dem Hochwasser das gesamte neue Inventar aus Küche und Gastraum sicher unterstellen konnte, das jetzt auf seinen Wiedereinbau wartet. Er betont die Solidarität von Anwohnern, Familie, Freunden und Verwandten, die nach dem Hochwasser tatkräftig beim Aufräumen mitgeholfen haben. „Ich hatte so viele Helfer, dass ich schon einige wegschicken musste“, schmunzelt Hausmann.

Für den leidenschaftlichen Koch ist sein Engagement im Café Cornelius ein echtes Heimspiel. Er wurde in Kornelimünster geboren, ist dort aufgewachsen und hat dort seinen Lebensmittelpunkt. In seinem Café sind hochwertige Kaffee-Spezialitäten und feine Kuchen Trumpf. Auf der kleinen aber feinen Speisekarte stehen ausgewählte Gerichte, die aus frischen Zutaten auch frisch zubereitet werden. „Für Dinge, die ich nicht kann, habe ich mir zuverlässige Kooperationspartner ins Boot geholt, die hohe Qualität liefern“, fügt er hinzu. Für Kuchen und Backwaren konnte er die belgische Konditorei Kockartz aus Hauset, für Käse und Biomilch Käse Krott und den Weinladen für leckeren Wein und andere geschmackvolle Getränke gewinnen.

Text/Foto: GSi